Was wir in Sri Lanka alles erlebt haben | Teil 3

Nachdem wir in Dambulla den Sigiriya Rock besichtigt hatten, haben wir alles gesehen und erlebt, was wir in Sri Lanka wollten und einmal die Insel umrundet. (Zumindest soweit das zu dieser Reisezeit möglich war)

Da wir aber noch ein paar Tage Zeit haben, bevor unser Flieger von Sri Lanka nach Indonesien geht und wir unterwegs festgestellt haben, dass wir gleich am Anfang einen scheinbar sehr coolen Küstenort verpassten, beschließen wir noch einmal eine lange Fahrt auf uns zu nehmen und fahren mit Bus und Zug an Colombo vorbei noch einmal in Richtung Südküste.

Nach einer Ewigkeit kommen wir in Hikkaduwa an und latschen mit unseren Backpacks in der Hitze zu unserem Homestay. Glücklicherweise gibt’s dort direkt in der Unterkunft ein Café, sodass wir nach der Reise erstmal kurz entspannen können.

Anschließend erkunden wir noch im halbdunkeln den Strand und laufen bei Vollmond und 28 Grad an diversen Strandbars und Hotels vorbei, bevor wir dann völlig fertig ins Bett fallen.

Der nächste Tag startet gemächlich. Wir essen bis 12 Uhr Frühstück, weil die Bedienung im Café der Unterkunft nach dem typisch asiatischen Motto “Good things need time” leben und arbeiten.

Gegen frühen Nachmittag laufen wir an den Strand und wagen einen Surfversuch. Schon von Land aus hab ich das Gefühl, dass das nix werden kann, weil die Wellen ziemlich stark sind und relativ dicht am Strand brechen. Trotzdem leihen wir uns Bretter aus und waten raus in die Wellen. Schon nach den ersten Metern hol ich mir ne Schnittwunde im Fuß, weil der Boden hier vorne offensichtlich aus großen, spitzen Steinen besteht.

Da ist die Angst vorm runterfallen danach natürlich auch nicht gerade gering ist, kommen wir kaum zum surfen. Beziehungsweise garnicht. Etwas genervt verlasse ich frühzeitig dass Wasser, gebe mein Board zurück, bestelle mir einen Saft und lege mich an den Strand.

Ein wenig später laufen wir am Strand entlang zurück zur Hauptstraße und sehen von weitem eine kleine Gruppe von Menschen vorne im Wasser etwas beobachten. Als wir näher kommen entdecken auch wir die fette Schildkröte, die dort im flachen Wasser umherkriecht. Ein paar Einheimische locken sie mit Seegras umher, damit der Spaß für die Touris nicht vergeht. Die Schildkröte scheint aber relativ entspannt zu sein und stört sich nicht wirklich an uns.

Zurück an der Hauptstraße, fahren wir mit Tuk Tuk zum “Homemade Cake” Café, wo es den besten Kuchen im ganzen Ort gibt. Abends essen wir noch Abendbrot in unseren Unterkunft und dann geht‘s in die Heia.

Der nächste Tag startet mit Baby-Schildkröten. 😍 Wir leihen uns in der Unterkunft einen Roller aus und düsen linksverkehr-mäßig durch Hikkaduwa bis zur Turtle-Hatchery, einer Aufzuchtsstation für Babyschildkröten und Schildkröten mit Handicap. Wir haben lange überlegt, ob wir das unterstützen sollen, da solche Organisationen oftmals nur Touristenabzocke und sogar Tierquälerei ist. (Gleiches gilt in einigen Fällen übrigens auch für Elefanten-Waisenhäuser)

Die Tiere werden dort häufig unnötig lang festgehalten, obwohl sie (wieder) gesund sind, um Touristen anzulocken und Geld zu machen.

Wir entscheiden uns trotzdem dorthin zu fahren, einfach um uns selbst einen Eindruck zu machen. Wir werden an den Becken vorbeigeführt, die etwas traurig aussehen. Der quadratische Meerersatz enthält maximal ein wenig Strandsand und eben eine einzelne Schildkröte, die dort ihre Bahnen zieht oder die Bande knutscht. Der Typ von der Hatchery erzählt uns dann wieso die Schildkröte aus dem jeweiligen Becken hier ist und wann sie wieder freigelassen wird.

Eine kerngesunde Schildkröte wird zum Beispiel angeblich zu Zwecken von Forschungen für Schüler gehalten. Andere, weil sie nur noch eine Flosse, beziehungsweise gar keine Flossen mehr haben. Diese Schildkröten haben im offenen Meer kaum Überlebenschancen und werden deshalb bis an ihr Lebensende in diesen Becken gehalten. Ob das so vertretbar ist, ist dann aber auch wieder eher eine ethische Frage, bei der sich die Meinungen spalten.

Mein Lieblingsbecken ist natürlich das mit den Baby-Schildkröten. Die sind am Vortag aus ihren Eiern geschlüpft und warten jetzt bis sie freigelassen werden. Sie flitzen von links nach rechts und quer durch das Becken, wobei sie ihre 20 anderen Freunde gerne mal über den Haufen jagen. Man darf sogar ein paar auf die Hand nehmen. Ich hab meine Baby-Schildkröte Bob genannt. Bob♥️

Solltet ihr mal die Chance haben, das auch zu machen, achtet bitte darauf, dass ihr auch die Flossen mit auf der Hand habt und die nicht in der Luft hängen, da die Schildkröten sonst das Gefühl haben zu fallen. Das wurde uns dort leider nicht gesagt, Niklas hatte das vorher zufällig im Internet gelesen.

Als wir schließlich gehen wollen, werden wir noch eingeladen am Abend die Baby-Schildkröten frei zu lassen. Da sagen wir natürlich nicht nein. Bob muss ja schließlich sicher in der Meereswelt ankommen.

Zum Mittag fahren wir in ein Restaurant, das uns unterwegs von anderen Backpackern empfohlen wurde. Das “Salty Swarmis” ist ein von Australiern geführtes Restaurant und hat alles was das Instagram Herz begehrt. Smoothies, Smoothie-Bowls, Avocado Toast und die besten Burger, die es gibt. Wirklich! Auch die Einrichtung und Atmosphäre ist super entspannt und schön und mal wieder ne nette Abwechslung zur asiatischen Kultur, wobei man sich an diese auch so langsam gewöhnt hat.

Im Anschluss geht’s nochmal an den Strand und zu unserem Lieblingscafé “Homemade Cakes” und dann machen wir uns schon auf dem Weg zurück zu den Schildkröten. Dort angekommen, warten wir mit einer Gruppe anderer Touris auf die Typen von der Hatchery. Gemeinsam machen wir uns dann auf den Weg zum Meer. Jeder darf sich eine Baby-Schildkröte aus der Plastikbox nehmen und sie mit der nächsten Welle am Ufer ins Meer setzen.

Da das alles nicht so richtig kommuniziert wurde, entsteht ein ziemliches Durcheinander. Alle wollen gleichzeitig noch Fotos machen, ihren Bobs Tschüß sagen und man muss noch aufpassen, nicht auf die freigelassenen Tiere drauf zu treten. Neben den Schildkröten werden dann auch noch ein paar Schuhe freigelassen. Die guten Birkenstocks! Aber keine Sorge, sie wurden gerettet.

Als alle Schildkröten im Wasser sind, sehen wir von weitem einen Greifvogel auf Jagd, der sich dann direkt eine Baby-Schildkröte von der Wasseroberfläche angelt, was natürlich für Entsetzen bei uns allen sorgt. Man erzählt uns aber dann, dass nur ein Bruchteil der Freigelassenen überlebt. Bob ist aber noch am Leben. Ich bin mir ganz sicher!

Am nächsten Tag ist nicht ganz so viel los. Wir fahren mit dem Roller zu einem Tsunami Photo Museum. Im Dezember 2004 gab es in Südostasien einen Tsunami, der unendlich viel zerstörte und tausende von Menschen tötete. Die Ereignisse werden in dem Museum, welches von einer betroffenen Familie geführt wird, in Form von Fotos, Berichten und Zeitungsartikeln dargestellt. Außerdem erzählt die Frau von ihren persönlichen Erfahrungen und beantwortet alle Fragen.

Das ganze ist sehr anschaulich gestaltet und auf den Bildern kann man sehen, wie alles zerstört wurde und wie Kinder und Erwachsene zwischen Leichenhaufen nach ihren Angehörigen suchen. Wenn man das alles sieht und sogar von jemandem, der direkt beteiligt war, detaillierte Erzählungen vermittelt bekommt, nimmt einen das ganz schön mit. Ich habe den ganzen Tag danach immer wieder aufs Meer geguckt und mir vorgestellt, wie das gewesen sein muss, von dort eine riesige Welle mit 800 km/h (!) angerast kommen zu sehen, die einfach alles mitnimmt.

Nach dem bewegenden Besuch im Museum, waren wir abends noch essen und hatten das beste Reis & Curry in ganz Sri Lanka im “Aroma”.

Der nächste Tag startet entspannt im “Salty Swarmis” mit Eiskaffe und Früchte-Granola-Bowl, bevor es noch kurz ein letztes Mal in Sri Lanka an den Strand geht. Danach wird der Rucksack gepackt und es geht mit Zug zurück in die Hauptstadt ins letzte Hostel. Das coole an diesem Hostel ist, dass hier nur Backpacker sind, die gerade angekommen sind und ihre Reise durch Sri Lanka starten oder eben Leute, wie wir, die in den nächsten Tage nach Hause oder weiterreisen. Heißt man kann anderen super Tipps geben, sich nochmal über seine Erlebnisse austauschen und ein schönes Ende für den Trip finden.

Am 7.2. packen wir dann wieder unseren Rucksack und ab geht’s zum Flughafen in Sri Lanka. Dort treffen wir wieder, nicht ganz zufällig, Franz und Emma, die den gleichen Flug haben, wie wir.

Und das war’s dann auch schon mit Sri Lanka. Nächstes Ziel ist Indonesien. Zuerst geht es nach Java zwei Vulkane angucken und dann reisen wir weiter nach Bali und Lombok. Dazu dann mehr in den nächsten Posts. ☀🌊🌴

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